Positionierungs-Guide für Coaches, Berater*innen und Therapeut*innen
- liebmontag
- 23. Juli
- 3 Min. Lesezeit

Wozu überhaupt Positionierung?
Positionierung ist kein Elevator Pitch.
Und keine Marketingübung.
Positionierung heisst:
Klarheit über deine Rolle in einem komplexen System
Orientierung für Menschen, die dich wirklich brauchen
Abgrenzung ohne Härte
Entscheidungsgrundlage für Angebote, Sichtbarkeit und Sprache
Du brauchst keine Nische. Aber du brauchst Haltung. Nutze diesen Positionierungs-Guide für deine Arbeit als Coach, Therapeu*in oder Berater*in.
Wie du mit diesem Positionierungs-Guide arbeitest
Dieser Guide ist kein Fragebogen. Er ist ein Gespräch mit dir selbst.
Lies Abschnitt für Abschnitt. Nimm dir Zeit.
Schreib deine Antworten auf. Ohne Glättung. Ohne Anspruch auf Endgültigkeit.
Es geht nicht darum, sofort das perfekte Wording zu finden.
Es geht darum, Substanz zu finden, bevor du sie kommunizierst.
Los geht's: Wer bist du in deiner beruflichen Rolle?
Was war deine ursprüngliche Motivation, diesen Beruf zu wählen?
Welche Erfahrungen, Werte oder Krisen haben dich geprägt?
Was hat sich seitdem verändert?
Wo stehst du heute im Vergleich zu deinem Startpunkt?
Was willst du heute mit deiner Arbeit bewirken?
Was ist dein Anliegen jenseits des einzelnen Coachings oder Gesprächs?
Wo endet deine Verantwortung?
Welche Erwartungen willst oder kannst du nicht erfüllen?
Für wen arbeitest du wirklich?
Mit welchen Menschen arbeitest du besonders gut?
Was verbindet diese Menschen? Welche Themen bringen sie mit?
Mit welchen Menschen arbeitest du nicht? Und warum nicht?
Wo ist keine Resonanz? Was sind klare Ausschlusskriterien?
In welcher Lebenslage ist deine Zielgruppe, wenn sie zu dir kommt?
Nicht als soziodemografisches Profil, sondern als Mensch mit innerem Prozess.
Was sucht deine Zielgruppe eigentlich?
Tiefer als das Offensichtliche. Was steckt hinter dem Anliegen?
Für wen bist du da und wem kannst du wirklich helfen?
Wer ist dein „Perfect Fit“?
Beschreib eine*n idealen Kund*in - fachlich, menschlich, emotional.
Welche Probleme oder Wünsche bringt diese Person mit?
Was ist die Lage vor der Zusammenarbeit? Was ist das eigentliche Thema?
Was verändert sich durch deine Arbeit?
Welche Veränderung ermöglichst du?
Was kann dein Gegenüber nachher? Was ist leichter, klarer, besser? Welche neuen Perspektiven, Fähigkeiten, Haltungen?
Was bleibt gleich - und warum ist das auch gut so?
Nicht alles muss sich ändern. Wo liegt der Wert im Annehmen?
Woran merken deine Klient*innen selbst, dass es wirkt?
Gibt es konkrete Marker, die du nicht selbst definierst?
Welche Wirkung hat deine Arbeit über die Sitzung hinaus?
Im Alltag, in Beziehungen, im Umgang mit sich selbst?
Wie arbeitest du?
Welche Haltungen leiten dich in deiner Arbeit?
Nicht Methoden, sondern Grundprinzipien.
Wie strukturierst du Begleitung?
Gibt es typische Phasen, Formate, Rhythmen?
Was bietest du nicht an - auch wenn es gefragt wäre?
Wozu sagst du bewusst Nein?
Was ist das Gegenteil deiner Arbeit?
Was willst du auf keinen Fall verkörpern?
Was bietest du konkret an?
Welche Leistungen bietest du an?
Kurz und klar. Maximal 3 Kernangebote.
In welchen Formaten arbeitest du?
1:1, Workshops, langfristige Begleitung, Online-Formate?
Welche dieser Leistungen zahlt am stärksten auf dein Warum ein?
Was bringt dir selbst echte Erfüllung?
Essenz verdichten
Nutze jetzt die folgenden Bausteine, um deine Positionierung zu formulieren.
Es geht nicht um endgültige Sätze. Es geht um Klarheit.
Mein Warum
Ich begleite Menschen, weil …
Meine Haltung
In meiner Arbeit ist mir wichtig …
Meine Zielgruppe
Ich arbeite mit Menschen, die …
Meine Wirkung
Nach der Zusammenarbeit erleben meine Klient*innen …
Meine Abgrenzung
Ich bin nicht die Richtige, wenn …
Mein Positionierungssatz (Rohversion)
Ich unterstütze [Zielgruppe] dabei, [konkretes Problem oder Ziel] zu lösen, indem ich [Arbeitsweise oder Methode] einsetze - mit dem Ziel, dass sie [konkrete Transformation/Wirkung] erleben.
Reflexion & Anwendung
Positionierung ist ein Prozess, kein Satz.
Dieser Guide liefert dir die Basis, aber nicht die Verpackung.
Wenn du willst, begleite ich dich bei der nächsten Phase:
Fragen zur Weiterarbeit:
Klingt das nach dir - oder nach Marketing?
Würdest du das so jemandem am Küchentisch sagen?
Was ändert sich dadurch für deine Website, dein Angebot, deine Sprache?
Weitere Schritte:
Lies alles laut – klingt es echt?
Zeig’s drei Menschen, die dich gut kennen
Oder: Hol dir Feedback von mir